Kaum aus dem Trainingslager zurück, galt es für den FC Luzern und den FC Zürich Frauen in einem Nachtragsspiel bereits wieder ernst. Zürich konnte damit an die Leistungen in den Testspielen anknüpfen, für Luzern wurde es zur ersten Enttäuschung im neuen Jahr.

Als amtierender Meister stand der FC Zürich Frauen neben der Meisterschaft und dem Cup auch in der Champions League im Einsatz, weshalb das Gastspiel in Luzern verschoben werden musste. Heute, eine Woche vor der ordentlichen Wiederaufnahme der Meisterschaft, wurde diese Partie nun nachgeholt. Sowohl die Gastgeberinnen aus Luzern, wie auch die Zürcherinnen bereiteten sich in warmen Gefilden auf die entscheidende Phase vor. Das Team von Dorjee Tsawa bestritt in Spanien ein Testspiel gegen Albacete aus der Primera División, welches mit 3:1 gewonnen werden konnte. An diese Leistung wollte man auch gegen Luzern anknüpfen, um den Anschluss an die beiden Spitzenteams aus Neunkirch und Basel nicht zu verlieren. Luzern seinerseits hätte die drei Punkte bitter nötig gehabt, um sich gegen den Strich etwas Luft zu verschaffen und Lugano vom vierten Tabellenplatz zu verdrängen.

In der ersten Halbzeit machte keines der beiden Teams den Eindruck, diesen so wichtigen Sieg auch tatsächlich einzufahren. Die Gäste aus Zürich waren zwar spielbestimmend, doch fanden sie gegen die massierte Defensive der Zentralschweizerinnen kein Mittel. Weder aus dem Spiel heraus, noch über Standards konnte eine zwingende Torchance erarbeitet werden. Seraina Friedli, wieder die Nummer 1 im Tor des FCZ, kam kaum zu Ballkontakten, ihr Gegenüber, die ehemalige FCZ-Torhüterin Natascha Honegger, hatte da doch mehr zu tun. Bei den seltenen Kontern des FCL harmonierte das Angriffsduo Hashani/Reuteler noch nicht wunschgemäss. Erst nach 43 Minuten kam so etwas wie Gefahr auf, doch konnte Friedli diese problemlos entschärfen. Überzeugender war allerdings auch der FCZ nicht. Lediglich ein Abschlussversuch von Barla Deplazes nach 15 Minuten verdiente das Prädikat “Möglichkeit”. Nach dem Seitenwechsel kam etwas mehr Tempo auf, das Spiel wurde offener. FCL-Trainer Dieter Münstermann ersetzte Hashani durch Leandra Schegg, welche es verstand, Akzente zu setzen. Zürich spielte mehr über die Aussenbahnen und erzeugte damit noch mehr Druck. Bereits nach 49 Minuten kam es auf beiden Seiten zu ersten Chancen, zunächst durch Fabienne Humm, im Gegenzug verzog Rahel Tschopp. Bis zum ersten Treffer dauerte es aber dennoch bis zur 70. Minute. Die “Eckballvariante 5”, ein scharf getretener Ball auf den zweiten Pfosten, von Naomi Mégroz auf den Kopf von Julia Stierli, brachte den FCZ verdient in Führung. Nach 79 Minuten hätte Lesley Ramseier bereits auf 0:2 erhöhen können, doch Honegger parierte souverän. Nichts mehr zu halten gab es für die Torhüterin aber nach 85 Minuten, als Humm aus 18 Metern den Ball unhaltbar in die Maschen drosch. Für Zürich wären gar noch zwei weitere Tore möglich gewesen, doch einmal verhinderte der Pfosten einen höheren Rückstand des FCL, bei der anderen Chance fehlten Zentimeter. Mit diesem Sieg, der die 10. Meisterschaftsrunde komplett macht, verringert der FCZ den Rückstand auf Basel auf drei Punkte, allerdings sind es auch deren 9 auf Neunkirch. Luzern seinerseits liegt nur einen Punkt vor den Young Boys und sechs Zähler vor Staad und dem ersten Barrageplatz.

Quelle: http://www.frauenfussballmagazin.ch/2017/02/zuerich-haelt-den-anschluss-an-die-spitze/