Vor gut einem Monat hatten die Luzernerinnen in einer umkämpften Meisterschaftspartie in Bern 3:2 gewonnen. Heute nahm YB Revanche. Bei Dauerregen im Luzerner Leichtathletikstadion Hubelmatt lieferten sich die Tabellennachbarn im Cup eine ebenso enge Partie, die dieses Mal auf Seite der Bernerinnen kippte. Die erste und die letzte Viertelstunde der Partie gehörte Luzern, das in dieser Zeit zu einigen Chancen kam, sie aber nicht verwertete. Dazwischen überliessen die etwas zweikampfscheuen Gastgeberinnen YB das Mittelfeld und damit auch die Spielkontrolle. Die verloren die Bernerinnen nach ihren Startschwierigkeiten in der ersten Halbzeit nur zweimal. Zuerst, als eine Katze das Spielfeld betrat und von einer Delegation von Luzerner Ersatzspielerinnen hinaus begleitet werden musste. Dann übertrat Jennifer Oehrli bei einem Auskick die Strafraumgrenze. Den anschliessenden Freistoss hämmerte Saranda Hashani an die Latte. Doch im Gegenzug leistete sich die Luzerner Hintermannschaft ein Missverständnis, das Florijana Ismaili zur Führung ausnutzte. Ismaili war nach einer Verletzung erst für diese Partie in die Mannschaft zurückgekehrt.

In der zweiten Halbzeit änderte sich vorerst wenig am Spielverlauf – bis Rahel Tschopp in der 61. Minute per Abstauber nach einer guten Parade von Jennifer Oehrli den Ausgleich erzielte. Doch wieder liessen sich die Bernerinnen von dieser potenziellen Gefahr nicht beeindrucken und reagierten umgehend. Die durch einen schönen Stilüass freigespielte Viola Calligaris schoss nur drei Minuten nach dem Ausgleich via Innenpfosten das zweite Tor für YB. Danach verpassten die Gäste die Entscheidung durch schlecht ausgespielte Konter mehrmals, so dass Luzern bis zuletzt auf den Ausgleich hoffen durfte. In der Schlussphase wechselte Didi Münstermann die 22-jährige Tanja Blättler ein, die aus beruflichen Gründen ihre letzte Partie für den FCL bestritt.

Münstermanns Team warf nun noch einmal alles nach vorne und tatsächlich brannte es im Berner Strafraum ziemlich. Einmal musste Calligaris aus der Linie klären, dann scheiterte Tschopp nach einem bemerkenswerten Solo knapp, ebenso Rahel Sager nach einem Corner, ohnehin eine Schwäche der Gäste. „Standards bereiten uns Probleme. Wir geben viel zu einfach Ecken und Freistösse her“, sagte die Berner Trainerin Marisa Wunderlin nach der Partie. In der 90. Minute kam die eingewechselte Andrea Egli dem Ausgleich nach einem solchen Standard noch einmal sehr nahe und ganz am Schluss versuchte es sogar die Hüterin Antonia Albisser mit dem Kopf, vergeblich.

Das finale Nachlassen der Bernerinnen sah Wunderlin als generelles Problem ihres Teams: „Noch sind wir nicht in der Lage, eine gute Leistung konstant über 90 Minuten abzurufen. Entweder geraten wir früh in Rückstand und müssen dann aufholen, oder wir sind am Ende in Schwierigkeiten und bringen uns um unseren Lohn.“ Diesmal hielten die Bernerinnen jedoch stand. Sie siegten, weil sie Widerstandskraft zeigten und in den richtigen Momenten immer eine Antwort parat hatten.

Quelle: http://www.frauenfussballmagazin.ch/2016/11/luzern-verabschiedet-sich-aus-dem-cup/